Der Zauberbett Blog



Bardill geht mit seinen Zauberbettliedern zu den Kindern, die es besonders
schwer haben. In den Krebs und Verbrennungsabteilungen der Kinderkliniken im
ganzen Land singt er von Bernadett dem Zauberbett...

Der Blog wird präsentiert von:

 
 

Linard Bardill als Sternschnuppe-Botschafter

von admin um 17:54 am November 12, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Linard Bardill als Sternschnuppe-Botschafter

Linard Bardill vertritt die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe als Botschafter und macht ihre Tätigkeit in Spitälern, bei Ärzten, Eltern und Kindern bekannt.

Die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe erfĂĽllt HerzenswĂĽnsche von Kindern und
Jugendlichen, die mit einer Krankheit, Behinderung oder den Folgen einer schweren
Verletzung leben. Sie unterstĂĽtzt Sternenprojekte und verschenkt Freizeitsterne.

Statement von Linard Bardill

„Erst als ich einmal richtig krank war, begriff ich, was es heisst, gesund zu sein.
Seit ich wieder gesund bin, versuche ich ab und zu daran zu denken, wie es war, als ich
krank war. Darum singe ich fĂĽr Kinder im Spital. Darum bin ich Botschafter der Stiftung
Kinderhilfe Sternschnuppe. Die Sternschnuppe bringt Freude und Licht zu den kranken Kindern, und das versuche ich auch zu tun.“



Die Krankenkassen zahlen leider nichts fĂĽr meine Musikamente

von admin um 18:05 am November 10, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett





Lieder ĂĽbers Leben und Sterben

von Linard Bardill um 08:40 am Oktober 16, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Hier der Bricht von 10 vor 10 ĂĽber das Zauberbett Liederprojekt
Viele gute Gedanken…
10vor10 vom 14.10.2011



Musik in der Onkologie

von Linard Bardill um 21:11 am Oktober 11, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Lieber Martin,
Es freut mich, wieder einmal mit dir ausserhalb der Kolumnen Kontakt aufnehmen zu können. Diesmal wegen der neuen Cd “Mis Zauberbett heisst Bernadett” und des Projektes Zauberbettlieder im Spital.

Nun gestern war ich im Kispi ZH in der Onkologie und anderen Abteilungen. Es ist jedes Mal sehr eindrücklich. Jedes Mal komplett anders. Ich kann Gast sein bei Menschen, die kämpfen, leiden, resignieren, siegen, verzweifeln, hoffen.Und sie auf ihrem Weg mit ein paar Liedern und einer guten Portion Mut zu begleiten. Es ist in jedem Zimmer verschieden. So viele Nationalitäten, so viele Schicksale, die Kinder so unendlich verchieden und in ihrem Willen zu leben doch so ähnlich.

Gestern brauchte ich 3 Lieder, bis ich das kleine Mädchen, das nur mit Sauerstoffgerät atmen kann und auch dann noch immer gehörig mit dem Schnaufen kämpft, zum Schmunzeln und schliesslich zum Lachen bringen konnte Das ist nämlich meine Devise: Bevor das Kind, die Mutter, der Opa nicht lächelt, mitwiegt, odr gar singt, klatscht, oder
sonst eine Regung der Entspannung äussert, verlasse ich das Zimmer nicht.

Die Cd, die ich im Namen der Kinderhilfe Sternschnuppe (deren Botschafter ich auch bin) und der Kinderkrebshilfe Schweiz den Kindern schenken darf, ist wie ein langer Nachhall. Eine Mutter sagte mir, dass ihr kleiner Junge nur noch mit der der Musik der Cd einschlafen wolle.

Dabei habe ich die Lieder nicht nur fĂĽr’s Spital geschrieben. Es sind Songs ĂĽber den Alltag von Kindes und auch ihrer Eltern mit all den Höhen und Tiefen. Dass sie so gut ins Spital passen macht mich glĂĽcklich.

Nach den Besuchen im Spital schreibe ich meine EindrĂĽcke kurz auf. Bis zur Erscheinung der CD am 22. Oktober werden wir einen Blogg erstellen, wo nach jedem Besuch ein paar Zeilen ĂĽber meine Erlebnisse stehen. Der Blogg wird mit den Spitälern mit der “Sternschnuppe” etc. verlinkt sein. Selbstverständlich könnte man auch euch da mit hinein nehmen (und vice verso?).

Meine Einsätze sind ca 1 x pro Monat an einem Nachmittag in:
Kispi ZH
Kinderklinik Chur
UKBB Basel



Linernotes im Booklet der CD

von Linard Bardill um 19:00 am — in der Rubrik: Zauberbett

Mein Leben ist manchmal voller Sonnenblumen und Schmetterlinge. In der Luft und im Bauch. Ich hüpfe auf einem Bein, singe so laut und lustig ich nur mag. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn alles grau und verhangen wäre, ohne Blumen und ohne Freude. Doch solche Momente gibt es in meinem Leben auch. Dann fällt mir das Singen schwer. Ich möchte lieber weinen als singen. Und so weine ich. Sobald ich aber wieder singen kann, lasse ich die Lieder los, die in meinem Herzen und meinem Kopf sind. Denn auf die Dauer ist Singen immer stärker als alle Trübsal der Welt!

Die Lieder, die ich mit „Mis Zauberbett heisst Bernadett“  vorstellen möchte, kennen Sonnenblumen und Schmetterlinge, Krankheit und Sterben, sie können tanzen und spielen, helfen zu trauern und gesund zu werden. Sie machen Mut und kennen die Liebe. Die Liebe zum Leben, das um uns und in uns ist. Das Leben, das lacht und weint, das stirbt und blüht. Die Liebe zum Leben, das wir selber sind.



“Sterne, Blumen und Kinder”

von Linard Bardill um 10:01 am September 8, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Dante Alighieri sagte einmal sehr treffend…
“Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Sterne, Blumen und Kinder.”

Von Sternenstaub , Blumen und vielem mehr hast du heute Nachmittag gesungen, viele Kinderaugen zum Glänzen gebracht und allen kleine Traumausflüge in die paradiesische Kinderphantasie geschenkt. Der Anlass heute ist rundum gut gelungen und hat uns alle bereichert. Danke!

 

Liebe Eleonora,

Zum ersten mal in meiner Heimatstadt im Spital zu spielen, ein grosses Erlebenis! Und wie wir es getroffen haben. Fast nur ganz kleine Kinder, Poppi, wie wir sagen, Buschi auf Baseldeutsch und im Wallis sagen sie Mämmi!
So etwas ist völlig neu fĂĽr mich. Als du mir das im Voraus sagtest, ĂĽberlegte ich mir, welche Lieder denn da gehen wĂĽrden … Doch an den Bettchen war das ĂĽberhaupt keine Frage mehr.
Sunnestrahl, Mama Pappa oh i wett, i han uf minem Brunne es Zauberliechtli gfunde. Es sind alles die ruhigen, barocken Lieder. Ohne durchgeschlagenen Rhythmus, ganz auf die Melodie fokussiert. Die Gitarre wie ein Glockenspiel. Doch dann gab es durchaus Kinder, die mittaten, auf den Armen ihrer Mütter auf und abwippten und mit den Armen ruderten. Diese kleinen  Wesen, manchmal in einer anderen Welt, manchmal ganz da, die Augen weit geöffnet, die Arme, die tanzen. Ich bin verzaubert und manchmal etwas bedrückt, wenn die Kleinen allein sind und ins Unendliche blicken. Wie unglaublich wichtig ist die Mutter, der Kontakt, die Beziehung. Wie wichtig die Schwestern der Pflege, die die Kinder kurz aufnehmen, mit ihnen sprechen, sie drücken oder streicheln.
Ich bin fast etwas benommen nach den 2 Stunden. Da kommen wir in das Zimmer, wo der Achtjährige mit seiner Mutter sitzt. Ich singe von Wilhelm Tell und der sich befreite, indem er das Boot aus dem Sturm ans Ufer manövrierte und es dann zurĂĽck in den See stiess. Der Junge strahlt! Ja, die Cd will er haben! Er will die Krankheit auch besiegen, wie Tell den Gessler. Das sagt er zwar nicht, aber ich spĂĽre es. Ă–ppemol gsehn i min Engel nĂĽmme … “Das Lied war jetzt fĂĽr mich”, sagt die Mutter und wischt sich eine Träne ab.
Zum Schluss “überfallen” wir die Fortbildungsgruppe, die über onkologische Pflege instruiert wird. Ich singe das Lied von Waldermar, der vielleicht kommt mit seinen Schafen und dem Hund, mit dem Esel und dem Mond, der aufgeht über den dunklen Hügeln. Bei allem Kampf gegen die Krankheit, dürfen wir wohl auch nicht vergessen, dass es Kinder gibt, die weiter gehen, hinüber in ein anderes Haus zu einem anderen Vater und einer anderen Mutter.
Ich erzähle von der neuen Cd, die wir am Montag aufnehmen “Mis Zauberbett heisst Bernadett”, alles Lieder, die im Verlauf der Spitalbesuche entstanden sind. Einige konnte ich heute schon ausprobieren. Die kleinen Poppis waren mein erstes Publikum, und du warst gross, Eleonora, ganz still und doch präsent. Schöner hätte ich es mir nicht wünschen oder vorstellen können. Danke!

Gruss Linard



Spitalbesuch Anfangs Juni

von Linard Bardill um 11:23 am Juni 7, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Liebe Alexandra,

Gestern war es wieder unglaublich dicht und intensiv. Die Idee in die Wartezone zu gehen und die Kinder, die vielleicht noch nie im Spital waren und nun auf eine Untersuchung warteten einen Moment für etwas anderes zu holen, fand ich super! Da war das Mädchen, dass am Tischchen sass und malte. Es schien gar nicht zuzuhören, war ganz versunken in ihre Tätigkeit. Und am Schluss steckte sie mir ihre Zeichnung mit einem Maienkäfer zu: „Das habe ich für dich gemalt!“,

Auf den Zimmern der Chirurgie war die ca. 15 jährige I. noch da mit ihren schweren Verbrennungen. Sie sagte, nächstes Wochenende dürfe sie nach Hause. Zwei Monate war sie jetzt da und freute sich sehr. ihr Gesicht schaute aus den Kompressionsverbänden heraus. Eine junge Frau, voller Leben und Erwartung. Ich sang ihr das Lied vom Regenbogen. Die Arbeit läuft nicht davon, aber der Regenbogen wartet nicht bis die Arbeit getan ist.

Ich weiss meistens nicht, was ich singen soll. Erst, wenn ich im Zimmer stehe, fällt mir ein Lied ein, und dann das nächste.

Es gibt Kinder die einfach nur da liegen oder sogar schlafen. Andere klatschen mit.

„Nein, lieber nicht!“, sagte eine Mutter auf die Frage, ob wir kommen sollen, „sie hat heute nicht ihren besten Tag …“ Doch das Kind, ein 10 jähriges Mädchen rief: “Nein! Ich will!“ Wir traten ein. Und das Zimmer schien sich ganz schnell von einer bedrĂĽckten Höhle zu einem lichten Zelt zu verwandeln Was haben wir gelacht und gefeixt. Frösche imitiert und einen Esel geritten.  Ich stelle mir vor, wie es war, als wir selbst eine Woche im Spital waren mit unserem kleinen Buddha. Irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf. Und das ĂĽberträgt sich aufs Kind. Doch es braucht nur wenig, und schon kippt die Situation. Plötzlich scheint alles gut zu werden.

Da taucht M. der Chef Chirurgie auf. Ein alter Freund und Witzbold. Er singt sofort mit,: „d’Frau Summer kunnt mit Fahne, und rägeschwärem Gwand, zücht singend ihri Bahne dur ds’sunnewiiti Land.“ Martin, du bist engagiert. Schliesslich ist er an meinem Engagement nicht ganz unschuldig. Clemens, sein Kollege, der die Abteilung Verbrennungen leitet, bringt ein Buch über die Station, das er und seine MitarbeiterInnen gemacht hat. Wir tauschen. Er bekommt die Cd mit dem Lied „uf und furt“ und mir schreibt er eine Widmung ins Buch: Bücher sind dicke Briefe an Freunde. Dankeschön!

Es ist so wichtig, wie die Pflegenden auf unsere Besuche reagieren. Wenn sie ihn gut finden, klappt alles gleich lhell und wunderbar. SpĂĽrt man Distanz, oder kommt sich als Fremder vor, ist es etwas schwieriger.

Eine Begegnung bleibt mir bestimmt noch lange. Es ist der Blick und das Gesicht, das Lachen, die überschäumende Freude eines mehrfach behinderten Jungen, der nur liegen kann, mit angezogenen Beinen und Armen. Ich habe für in den Tiger auf der Strasse gesungen. Er gurgelte und quietschte vor Freude. Kein Kind hat so viel Präsenz und Leuchten, so viel Herzkraft, die er mir zurückstrahlt. Wie ein kleines Kraftwerk, das ununterbrochen pulsiert.
Ich war mĂĽde als ich nach 3 Stunden das Spital verliess. MĂĽde und aufgeladen. Gibt es das?



Besuch im Kinderspital

von Linard Bardill um 22:36 am Mai 10, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Liebe Alexandra,

Gestern war es so ganz anders als vor einem Monat. Nicht einfach zu sagen, was. Es ging alles etwas langsamer und etwas schwerer zu und her.

Als wir in der Onkologie ankamen, fuhr uns der kleine Junge auf dem Plastiklastwagen entgegen, hinter sich die Pflegerin mit dem Ständer und den vielen Schläuchen. Als ich anfing zu spielen, klatschte er in die Hände. Vor allem das Lied von Martins Esel tat es ihm an, und er bewegte die Arme, wie ein reifer älterer Herr, der seinen Spass damit ausdrückt, dass er die Arme in die Seite stemmt. Der Schalk und das Schütteln des Kopfes, wie ein kleiner Weiser, hat mich etwas aus dem Konzept gebracht. Was für eine Leichtigkeit bei einem Kind, das es bestimmt nicht leicht hat. Ein Schmetterling, oder sagen wir bei ihm würde das Bild des Maikäfers eher zutreffen. Brrrrrrr. Und schon geht die Fahrt mit dem Lastwagen weiter. Eine Mutter, oder ist es eine Grossmutter? Sie steht die ganze Zeit da mit einem Mädchen, das einen Kopfverband träg, tanzt zum Quaquauqa der Frösche. Wie viel Kraft sie dem Mädchen überträgt, wie viel gute Lebensenergie.

Iris, die uns begleitet und einige Zeit in Istambul gelebt hat, spricht mit der Frau tĂĽrkisch, was diese sehr freut.

Als wir ins nächste Zimmer kommen, werde ich fast erdrückt von der Schwere. Das Kind, ein kleiner Junge, genau so wie seine Mutter, tief gedrückt und schwer, stumm, das Gesicht versteinert. Ich versuche die Stimmung mit dem Lied von der Sonne und den Strahlen, die sie uns schickt aufzuhellen. Es gelingt mir kaum. Da ist diese unendliche Schwere, Trauer, Resignation. Kind und Mutter scheinen darin eingesponnen wie in einem Cocon. Ich bleibe und singe, drei lange Lieder lang, bis ich ein Lächeln sehen kann. Zuerst bei der Mutter. Dann beim Kind. Im selben Zimmer ein Junge aus Marokko, schwach aber hellwach, schaut er immer wieder seine Mutter an, als ob er von ihr wissen möchte, ob er sich auf die Lieder einlassen, ob er sich freuen darf. Die Mutter scheint zu nicken, kaum wahrnehmbar. Dann schenkt er mir einen Blick, der Freude, Zustimmung, ja so etwas wie Komplizenschaft ausdrücken.

Ach, die Mütter, wie wichtig sie mir erscheinen. Jedes Mal mehr. Wie sehr sie mit ihren Kindern verbunden sind. Als ob ein Teil der Kinder noch in ihnen wäre und sie mit den Kindern gemeinsam gesund werden müssten. Ich spüre, wie wenig sie mit dem Kopf steuern können, und wie dankbar sie für einen hellen Augenblick sind.

Zum Ende das Mädchen auf der Notfallstation, das zur Untersuchung da ist. Sie ist etwas verwirrt und abwesend. Ich denke an meinen kleinen Buddha, den Sohn mit dem Downsyndrom. Das Mädchen hat auch eine Behinderung, ist 12, am Anfang der Pubertät. Sie mag die Lieder. Sie wird immer präsenter, wiegt sich im Takt. Die geschenkte Cd freut sie und als ich gehe legt sie ihre Pingu – Cd in de Player. Jawohl, so geht das!



Mail von Alexandra Lutz nach dem 2. Besuch im Kispi in ZĂĽrich

von Linard Bardill um 08:40 am April 12, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Lieber Linard

Ich weiss nicht wie es dir ergangen ist aber ich bin immer noch sprachlos, wie viele Schicksale uns gestern begegnet sind. Es gibt Tage an denen es mich nicht so berührt aber gestern war einer, der mir ganz schön unter die Haut gegangen ist. Ich versuche immer, wenn du singst die Eltern der betroffenen Kinder zu beobachten. Was es da alles zu sehen gibt, wow.
Du selbst hast ja auch einen solchen Schicksalsschlag erlebt, den du jetzt als ein Geschenk angenommen hast. Ich bin nach solchen Erlebnissen immer sehr dankbar, wenn ich meine zwei grossen Buben sehe, die zwar frech sind aber gesund und gefrässig.

Wie war der Ablauf von gestern für dich? Wir waren 3Stunden unterwegs, du hast keine Pause gemacht. Wollen wir es das nächste Mal ähnlich gestalten oder gibt es deinerseits Veränderungswünsche?

Vielen Dank für den schönen Nachmittag

Alexandra

 

Antwort von Linard:

Liebe Alexandra,

Als ich merkte, dass wir zuerst in der Therapiestation singen wĂĽrden, da war ich ganz verunsichert. So viele grosse Kinder, die doch gar keine Kinder mehr sind. Aber auch keine Erwachsenen. Ein jedes mit seiner grossen, kleinen Geschichte, mit seinem grossen oder sehr grossen Rucksack. Ich hatte mich gar nicht auf Kinder in der Pubertät vorbereitet. War auf kleinere Kinder eingestimmt.  Dann Ronja, die weinte. Und die Lehrerin, die erklärte, dass das Mädchen hingehe zu ihrem Hund, um sich von ihm zu verabschieden. 12 Jahre sei sie mit ihm zusammen gewesen und nun der schwere Gang … Da wusste ich, dass ich ĂĽbers Sterben und ĂĽbers Geborenwerden singen und erzählen wollte. Vom Rucksack, den jeder einmal packen muss, um weiter zu ziehen, wie die Vögel im Herbst. Und das Mädchen, das ganz verhärtet schien, als ich fragte, wer denn an ein Sein nach dem Tode glaube. Und die dann langsam aufmachte, von Lied zu Lied. Vor allem als ich vom kleinen Buddha, unserem Kind mit Downsyndrom erzählte. Ja, mit der Zeit haben alle Kinder auf gemacht. Sogar mit gesungen. Bi ĂĽs gohts immer je länger je schlimmer. Das gefiel ihnen. Denn in dem Lied wird der Zwang, dass es doch um Gottes Willen gut gehen muss, einfach weggepustet. Ich selbst war nach kurzer Zeit ganz gelöst und als der Junge links mit dem wachen Blcik meinte: “Bitte singend si no eis, ich lose so gern zue”, wusst ich, dass alles gut ist. Auch wenn es vielleicht fĂĽr jedes einzelne der Kinder noch lange viel Schweres gibt und der Rucksack wegen ein paar Lieder nicht einfach weg ist. Wen ich während der ganzen Darbietung sehr eindrĂĽcklich erlebte, waren die Lehrer und Betreuer der Therapiestation. Sie waren ein Teil des Publikums, liessen sich ganz ein und sangen als erste die “Weltereis mit Geiss” lauthals mit, was die Kinder dann wieder aufmachte und sie mittun liess.

Auf den Stationen war es fĂĽr mich wie das Eintauchen in verschiedene Universen. Jedes Zimmer war eine Galaxie ein Sonnensystem, ein einzelnder Planet. Und ich fĂĽhlte mich als Astronaut, der da eingelassen wird und Teil hat an einer Geschichte, an GefĂĽhlen, an Zeit, an Schicksal, an Hoffen und Verzweifeln, an Langeweile und Resignation, Stillstand und Aufbruch.
Das kleine winzig kleine Männlein, das als Frühgeburt wie noch nicht reif für diese erde schien. Aber im Schoss der Pflegerin immer grössere Augen und Hände machte, immer mehr auf die Musik reagierte und am Schluss zwei drei Töne mittat. Es war Herz bewegend. Das Mädchen, das mit schweren Verbrennungen da lag, umgeben von der ganzen Familie. “Willst du wirklich, dass ich singe?”  “em Mammi z’lieb”, antwortet die 14 jährige junge Frau. Kinderlieder sind wohl nicht mehr so ihres. Ich sang ihr “i am riding on a train”, und sie lächelt, so gut sie mit ihrem verbrannten Gesicht lächeln konnte. Ich zeige ihr meine verbrannten Hände mit der transplantierten Haut und erzähle von meiner Zeit in der Verbrennungsstation, als ich mitten in der Nacht ankam und Professor Zellweger mich anschnauzte, dass das aber das erste und letzte Mal sei, da ich ihn mitten in der Nacht aus dem Bett hole. Und wie mir dieser Anschnauzer wieder Mut gemacht hatte. So schlimm konnte es nicht sein, dachte ich damals, sonst würde mich der Doktor sicher nicht anschnauzen. Das Mädchen lächelte noch einmal als ich ihr sagte, heute spiele ich wieder Gitarre und es wird alles gut. Sie spiele Saxofon sagte sie stolz. Musiker unter sich! meinte die Mutter.
Wie viele Begegnungen! ich kann es noch nicht fassen, werde es wohl nie fassen können. Das Kind mit der starken Mutter, das so unendlich schwach und bedürftig dalag. Seine Mutter neben ihm, als ob sie für ihn leben würde. Das Kind das keinen Ton, keine Bewegung nichts von sich gab, doch auf die Frage wie sie hiesse ganz klar ihren Namen aussprach. Das krebskranke Mädchen, das ihren kleinen wild mit Armen und Beinen zappelnden Bruder in die Arme nahm und alle Lieder innig und still in sich aufsog. Leuchtende Augen, wenn wir die Cd verschenkten.
So viel Reichtum an einem Nachmittag kann man bei den Gesunden wohl kaum sammeln.
Ich bin noch immer überwältigt  Gruss Linard