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Der Doppeladler. Schweiz – Kosovo, Geschichte einer Verantwortung

am Juni 26, 2018 — in der Rubrik: Aktuelles,Artikel

Zur Frage, ob der Doppeladler territorial oder ethnisch zu verstehen ist?

Die kosovarisch/schweizerischen Heisssporne sind gebüsst nicht gesperrt worden. Glück gehabt. Lassen wir sie wieder guten Fußball spielen.

Aber doch noch einmal etwas zur Politik. Denn darum ging es trotz allen anders lautenden Bekenntnissen, gerade im Sport. Denn der Sport wurde immer schon als Mittel zu politischen Zwecken benutzt. Wenn es auch nur zum Zweck eines pazivistischen Bemühens, im Sinne von Sport statt Krieg geht. Das ist doch hochpolitisch, oder?

Zum Doppeladler: Da meinte jemand: es gehe nur um ein ethnisches nicht um ein territoriales Symbol. Das halte ich für nicht richtig:
Beim Doppeladler geht es allermeist um ein Reichssymbol. Von Byzanz bis zum heiligen römischen Reich deutscher Nation, von den Seldchuken bis bis zur K und K Monarchie. Der Doppeladler ist ein Ursymbol für das Zusammenführen von verschiedenen (ethnischen oder geografischen Teilen) in ein geeintes Reich.
dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Doppeladler
Nur ein Beispiel von vielen: zur Zeit der Völkerwanderung etwa nach 700 n.Chr. benutzten die byzantinischen Kaiser den Doppeladler als Symbol für die angestrebte Wiedervereinigung von West-und Ostrom.

Dabei ging es gerade nicht um eine Ethnie, sondern um Grossmachtspläne. Das selbe gilt für den albanischen Doppeladler. Er soll ein Zeichen sein, dass sich Albanien wieder zu seiner alten Grösse vereint. Das zeigt sich auch in den Träumen vieler Kosovaren, dermal einst mit dem Mutterland Albanien vereinigt zu werden. Das ist auch der Grund der serbischen Nervosität zu diesem Thema.
Zwar wären bei einer Vereinigung zB von Kosovo und Albaninen vor allem ethnische Albanier in diesem Reich. Aber wie immer auf dem Balkan: Es gibt keine Übereinstimmung von Territorium und Ethnie. Da sind immer verschiedene Völker im selben Gebiet beteiligt. Da geht es immer um um die Frage des Zusammenlebens und nicht um ethnische Reinheit. Die gibt es nur im Kopf, als Glaubensstruktur. Nicht aber in der Wirklichkeit.

Darum ist ein grossalbanisches Reich genauso eine Chimäre wie ein grossserbisches oder grossungarisches. Darum müssen wir den Nationalisten, die dahin streben, entgegen treten, auch wenn sie gute Fußballer sind. Auch wenn sie die Schweizer Hymne mitsingen. Auf dem Balkan kann es nur Krieg oder Zusammenleben geben. Und wir sind da ein gerütteltes Mass mit beteiligt. Denn hier in der Schweiz sind wir auch keine Ethnie, sondern eine Willensnation. Die Helvetic von 1848 hatte keine Ethnie im Sinn, sondern eine oder zwei Völker verbindende Ideen. Solche wäre das einzige Mittel gegen Hass und Nationalismus auch auf dem Balkan.

Trotzdem mag ich es den Heissspornen Shaka und Shakiri und ihrem Gutemensch-Kollegen Lichtensteiner gönnen, dass sie mit einer Busse und einem blauen Auge davon kommen. Was ich interessant finde, ist die Tatsache, dass niemand über die wirkliche politische Dimension des Konfliktes Serbien Kosowa Albanien (Bruch des Völkerrechts und damit Dammbruch für Kriege ohne Einverständnis der Uno, etc. ) geschrieben oder gesprochen hat. Oder habe ich da etwas verpasst …



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