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Ritalin

am Juni 18, 2012 — in der Rubrik: Aktuelles,Interview

Die Daten zu Ritalin sind erschreckend.

Wo sind die Lehrer, die verlangen, dass Kinder diese Droge verschreiben bekommen. wo sind die Ärzte, die es tun? Wo sind die Eltern, die es schlucken, dass ihr Kind ein kokainähnliches Präparat schluckt, von dem viele Forscher und Studien sagen, dass es abhängig macht? Betroffene sprechen von der verlorenen Kindheit. Der Chemiemulti Novartis verdient damit Milliarden.

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3 Gedanken zu „Ritalin

  1. Lieber Herr Bardill
    ……ich denke,man muss dieses Thema von allen Seiten beleuchten.
    Von der Seite der überforderten Eltern,von Seiten des überforderten Lehrers der über 25 Schüler hat,welche alle auch nicht mehr die brävsten sind und —
    von der Seite des überforderten Kindes.Dessen psychlogische Betreuung, und die Aufklärung,warum das Kind so ist wie’s ist,die ist nicht immer (aber immer mehr) gewährleistet.

    Ich bin Vierzig und habe seit Kindergarten unter meiner ‚Andersartigkeit‘ gelitten,wurde gar am Stuhl angebunden.Hätte ich gewusst um was es geht und die nötige Hilfe (vielleicht auch mit Medikamenten) gehabt –viel Schmerz und Therapien wären mit Erspart geblieben.

    Und
    —- die Medikamente werden sehr gezielt verabreicht,mit Betreuung!!

    Vergessen wir nicht diejenigen die Rauchen und Trinken und sonst Medikamentenabhängig (Kopfwehtabletten) sind !!!

    Ein grosses Lob hingegen an die Eltern die ohne Medis aber mit viel Liebe den Weg MIT ihrem Kind gehen!!!

  2. Lieber Herr Bardill
    Vielen Dank für Ihre vielen Fragen. Ja, es gibt tatsächlich Eltern, Lehrer und Ärzte die Ritalin, Concerta etc. für ihre Kinder und Schüler wollen und es verschreiben. Und es gibt auch Kinder und Schüler die es wollen. Nicht weil sie merken, dass mit dem Medikament alles besser und schneller geht, sondern weil sie mit dem Medikament vielleicht erstmals in ihrem Leben die Möglichkeit bekommen, mitzumachen und mitzuhalten. Sei dies in der Schule, in Vereinen und im Freundeskreis. Anders zu sein, verkehrt herum auf dem Pferd zu sitzen, sich wie Pippi Langstrumpf oder Michel von Lönneberga zu fühlen und sich wiederzuerkennen, hat bestimmt seinen Reiz und muss auch unbedingt Platz haben im Leben eines jeden Kindes und Menschen. Besteht die Möglichkeit aber nicht auszusteigen aus der Rolle des Clowns, Revoluzzers, Quartierschrecks, Stummlings oder Dummlings…..wird das Anderssein zur Qual, tut es weh sich nicht integrieren zu können, nicht dazuzugehören, sich nicht konzentrieren zu können, immer zu hören: du könntest doch, wenn du nur wolltest=nicht wollen zu können………dann bin ich für mich selber, meine Kinder und meine Mitmenschen froh und dankbar, dass es so ein Medikament gibt. Zur Unterstützung, zur Hilfe – was ist es schon im Vergleich mit den vielen negativen Erlebnissen die ein Mensch aufgrund seiner Andersartigkeit machen muss. Später dann vielleicht zu Drogen, Alkohol etc. greift um sich die Situation erträglicher zu machen. ich wage zu behaupten, die Gefängnisse wären weniger voll, wenn die Menschen die es wirklich brauchen, da bei ihnen diese Krankheit besteht, mit Ritalin, Concerta… behandelt werden würden! Dies soll kein Loblied sein auf das Medikament, ich plädiere für ein wenig mehr Akzeptant und ich glaube, dass es keine Eltern gibt die ihren Kindern ohne sorgfältige Prüfung und Abklärung dieses Medikament geben. Die Behandlung mit Ritalin, Concerta soll und muss natürlich immer begleitet und unterstützt werden von Verhaltenstraining von Gesprächen über geschehene Situationen, von Aufklärung über die Krankheit. Auch von medikamentfreien Tagen zum Üben wie es ist ohne, von viel Geduld, von Freude und Wertschätzung über die Andersartigkeit und die Kreativität der betroffenen Kinder und Menschen. Die Andersartigkeit birgt ja auch Qualitäten, sie lässt Freiraum dort wo andere an Grenzen stossen. Ich plädiere für einen sinnvollen Umgang von Ritalin und Co., ich möchte eine gewisse Akzeptanz für diese Brücke zur „Normalität“!
    Vielen Dank fürs Zulesen und freundliche Grüsse Andrea Prager

  3. Als Lehrerin habe ich mit einem Kind mit gelitten, das durch Ritalin depressiv wurde. Glücklicherweise konnten seine Eltern, ich und vor allem die Schule dem Kind eine Kleinklasse anbieten, wo es weniger Stress durch zuviele Menschen im Raum hatte und das RItalin konnte reduziert, so weit ich weiss später ganz weg gelassen werden. Allerdings waren auch diese Eltern froh um den Versuch mit dem Medikament. Fast alle antidepressiven Medikamente machen abhängig, beziehungsweise sind schwer abzusetzen. Ritalin wirkt ähnlich und hat ähnlich furchtbare Nebenwirkungen. Dennoch sind viele Menschen darauf angewiesen, um wenigstens kurz oder ab und zu aufzuschnaufen, einen Gedanken fertig denken zu können.
    Ich kenne fast nur Eltern, welche froh wären, wenn die LehrerInnen auf ihre Kinder eingehen könnten, indem es eben weniger Kinder im Raum hätte und die LehrerInnen überhaupt noch Ressourcen frei hätten..

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