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„Else Lasker-Schüler ist für mich eine der bedeutendsten Dichterinnen
deutscher Sprache im letzten Jahrhundert. Sie hatte eine Klarsicht sowohl in
poetischen wie in politischen Dingen, die ihresgleichen sucht. Schon vor
Ausbruch des 1. Weltkriegs war sie gegen den Krieg und wurde deswegen auch
angefeindet. Den 2. Weltkrieg erlebte sie als Flüchtling. Ein Leben aus dem
Koffer. Als Dichterin war sie lange verkannt. Als sie endlich den
Kleistpreis erhielt, musste sie bald darauf fliehen. Ihr radikaler
Individualismus, ihre Exzentrik und ihre Kompromisslosigkeit in
künstlerischen und politischen Fragen machen sie heute zu einer Person, an
der das andere Deutschland dieser Jahre fest gemacht werden kann“,
Linard Bardill.

Der Abend über Else Lasker-Schüler besteht aus drei Elementen, Ihrer Lyrik
in Form vorgetragener Lieder, Musik als Zeitzeuge aus der ersten Hälfte des
20 Jahrhundert, die mit der Geschichte, mit Deutschland und dem Schicksal
der verbrannten Künstler zu tun hat, und aus der Moderation, die auf
geschichtliche, persönliche und künstlerische Zusammenhänge hinweist.
Linard Bardill führt thematisch durch den Abend, Corin Curschellas singt
vier Lieder von Else Lasker-Schüler. Die Musiker des 11-köpfigen „orchester
le phénix“ sorgen für den musikalischen Teil sowohl mit der Begleitung der
Lieder (die eher schlicht gehalten sind) als auch mit musikalischen
Schwerpunkten (Musik aus dieser Zeit). Es erklingt Musik aus Lasker-Schülers
Kindheit und Jugend, der 1. Weltkrieg wird vertont von Strawinsky, dann
steigt der unbekannte Horst Ackermann in die kurze Berliner Lebensfreude der
20er Jahre ein. Charleston und Tanz, Glück und Unbeschwertheit der goldenen
Twenties, wie könnte es schöner erklingen. Hans Krasas letzte Komposition
aus dem KZ Therezienstadt erklingt kurz vor Schluss.
Linard Bardills Lieder dazwischen bringen Else Lasker-Schülers Gedankengut
mit ein, die Gedanken einer Frau, die vorausschaute und das Unheil kommen
sah, aber wenig Gehör fand.
Linard Bardill wünschte sich dieses Programm und entwickelte es, weil es ihm
ein wichtiges Anliegen war, Lasker-Schüler den Zuhörern näher zu bringen. Er
wählte dazu das junge „orchester le phénix“, qualifizierte Musiker aus der
ganzen Schweiz und Deutschland, die sich zu diesem engagierten und
dynamischen Klangkörper zusammengeschlossen haben.
Ein eindrücklicher Abend, der Linard Bardill, vor allem bekannt wegen seiner
erfolgreichen Kinderlieder und – geschichten, von einer ernsthaften,
ergreifenden Seite zeigt.
Dienstag, 10.2.09, 20 Uhr, Theater Chur
Vorverkauf auf www.theaterchur.ch oder Tel. 081 252 66 44
Mittwoch, 11.2.09, 20 Uhr, Flims
Jugendstilsaal, Waldhaus Flims, Tel. 081 928 48 48
Donnerstag, 12.2.09, 20.30 Uhr, Klosters
Kulturschuppen, www.klicket.net
Freitag, 13. 2.09, 20 Uhr, Zürich
ZKO Haus, info@lephenix.eu
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