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Linard Bardill
TAMANGUR
"Ich habe mich entschlossen, das Lied zu singen, das Lied vom Urwald,
der vor der Haustüre steht, das Lied von TAMANGUR."

Seine Lieder durchzieht eine Wehmut, deren Schönheit mit dem herben Reiz zerklüfteter Täler vergleichbar ist. Seine Sprache ist von lyrisch verspielter Bildhaftigkeit, die benennt, ohne zu etikettieren. Wenn er zur Gitarre greift und auf die "revolutionäre Kraft der Liebe" vertrauend seine Lieder singt, - egal ob in Schweizerdeutsch, Hochdeutsch oder Rätoromanisch – strahlt er eine unvergängliche Direktheit aus, die mitreisst. Er ist sensibel genug, die Welt zu durchschauen, stark genug, die Realität auszuhalten und schöpferisch genug, ihr in seinen Liedern ein Stück neuer Wirklichkeit entgegenzusingen.
"Ich stehe und bleibe und weiche nicht, denn ich weiss,
dass nach jedem Winter wieder Frühling wird ."

Eine Hoffnung, die ohne Scheuklappen in die Welt tritt, aufrüttelt und ermutigt.

Presse:

Tagesanzeiger / Stadt Zürich / Von Peter Schwaar

Ein Stuhl, eine Gitarre, ein Bardill
Der Bündner Linard Bardill im Element: „Liebeslieder sind das Revolutionärste, was man dem Volk anbieten kann."Tamangur" heisst die Urwaldballade, die der „Liederer" Linard Bardill im Theater am Hechtplatz singt und erzählt

Ein Stuhl, eine Gitarre, ein Bardill – das ist Tamangur. Tamangur ist aber auch ein Wald, ein uralter Urwald oder ein urwalder Uralt im Unterengadiner Val S-charl. Um seine tausendjährigen Arven und deren Zapfen und Nuschaglia (Nüsschen), um die Tannen- oder Arvenhäher rank Linard Bardill seinen Lieder-, Geschichten- und Sagenabend.

Denn er ist ein guter Enkel, hat mit offenen Ohren ausgesaugt, was seine Grossmutter, kaum war der Spund aus dem Erzählfässchen, an Liedern, Geschichten und Sagen versprudelt hat. Er versprudelt sie weiter, fast zwei Stunden lang, in konzentrischen Kreisen und krausen Erzählungen um Tamangur herum angelegt, und schlägt einen Bogen vom bergeskranzbestimmten Rätoromanhelden zu seinem Indientrip vor zwanzig Jahren. Am Ende weiss man nicht, was exotischer ist – der knorrige Men von Vnà, den‘s nach „Galafornien" in den ewigen Sommer zieht, oder die dreifaltige indische Mythologie, die von den Fischern ebenso ersehnte wie gefürchtete Reinkarnation der Holzstatue Rätia/Ritscha oder der junge Linard Bardill, der im Lande Schiwas die Gedichte von Else Lasker – Schüler enteckt und von Heimweh gepackt wird.

Else Lasker-Schüler, sein Vorbild
Und er singt nicht nur zwei Gedichte von Lasker-Schüler („Mein blaues Klavier" und „Gebet"), sondern gesteht uns auch, dass sie seine wichtigste Person sei, als menschliches wie literarisches Vorbild, denn „ihre Liebeslieder sind fast alle politisch, und seither weiss ich, dass „Liebeslieder das Revolutionärste sind, was man dem Volk anbieten kann." Das ist schon lange Bardills Credo, und schon lange finden wir Bardills Liebeslieder eine Reise ins Hechtplatz-Theater wert.

Auch diesmal. Vielleicht, weil in ihnen Bardill-Revolutionär und Bardill-Poet am schönsten, am allereigenständigsten verschmelzen. Seine Bilder-Findung und Bild-Erfindung ist mit derjenigen der Lasker-Schüler verwandt; es erstaunt kaum, dass er in einem Lied thematisiert, warum seine Liebste für ihn nicht wie ein kitschiger Sonnenuntergang, sondern wie ein Sprungbrett in den Schlagrahm ist. Und mit sicherem Gespür flicht er aufs selbstverständlichste das schönste Liebesgedicht deutscher Sprache mit ein. „dû bist mîn, ich bin dîn, des solt dû gewis sîn".Auch wenn die gesamte Literatur, wie uns Bardill erklärt, keine einzige glückliche Liebesgeschichte kennt („entweder sind sie am Anfang meschugge oder am Ende tot), wird ihn das nicht hindern, das seit achthundert Jahren verlorene Herzens-„slüzzeli" auf immer neue, immer wieder rührende Art zu besingen.

"Tamangur" heisst das neue Programm des Liedermachers und Erzählers Linard Bardill.

Was muss jemand tun, um den Begriff Heimat kennenzulernen? Der Möglichkeiten gibt es viele, und eine davon ist, das Bündel zu schnüren und sich auf eine Reise durch die grosse weite Welt zu machen. Doch manch einem tut dies nicht gut, findet sich später in seinem Land nicht mehr zurecht. Andere wiederum finden die Lösung Tausende von Kilometern von ihrer Heimat entfernt. Manchmal unfreiwillig, wie Linard Bardill, aber um so nachhaltiger und prägender für das spätere Leben.
Die Heimat suchen
Nach monatelangem Trampen, das den jungen Bardill über den Balkan, die Türkei, den Iran und Afghanistan nach Indien brachte, fand er zufällig in einem Ableger des Goethe-Institutes in Delhi einen schmalen Gedichtband der Dichterin Else Lasker-Schüler (1869-1945). Die Lyrik berührte Bardill auf bisher ihm unbekannte Weise.
Obwohl er eigentlich noch bis nach Australien weiter wollte, entschloss er sich von heute auf morgen, das nächste Flugzeug zu besteigen und heimzukehren. Und er begann, seine Heimat zu suchen.
Bardill blickt zurück: Erinnerungen werden wach an seine Kindheit. Und er erzählt diese kleinen Episoden seinem Publikum mit einer ungeheuren Intensität. Spröde wirkt die Bühne zu Beginn des Konzertes; ein kleines Postament, darauf ein Stuhl, über der Lehne die Jacke des Sängers und daneben steht seine akustische Gitarre. Doch wenn er anhebt zu seinen rätoromanischen wie deutschsprachigen Liedern, wenn er runtersteigt von der kleinen Erhöhung und seine Geschichten erzählt, dann entstehen ganze Welten, fühlt man sich in den beengenden Tälern einer hochalpinen Region, in der Stube einer intakten Familie oder im Kreis schamanischer Heilsbringer in den USA.
Zurück in die Alpen
Bardill erzählt vom Arvenwald Tamangur, der vor 80 Jahren im Sterben lag, weil der Arvenhäher – ein Vogel, der die Samen des Baumes für den Winter im Boden versteckt und manchmal vergisst, sie zu holen, was den Fortbestand des Waldes garantierte – rücksichtslos gejagt wurde. Doch seit der Vogel unter Schutz steht, geht es auch dem Wald wieder besser. Bardill erzählt auch die Geschichte eines Bergbauern aus Vna, der nach Kalifornien zog, um das indianische Schamanentum kennenzulernen, und zurück in die Alpen kehrte. Bardill erzählt auch von sich selbst, seiner langen Reise nach Indien, die dann ziemlich abrupt wieder in den Alpen endete.
Heimat ist Liebe
Was harmlos beginnt, mit einer Alptraumkatze, die faucht, bekommt schon bald einen klar umrissenen Charakter: Was umgibt die Heimat? Bardills Lösung heisst Liebe. Bardill sucht nach neuen verbalen Ausdrucksformen, zeigt dorthin, wo die grosse Literatur über die Liebe immer endet: im Drama. Und das will der Barde nicht akzeptieren. Bardill führt seine fein geschliffene Klinge souverän; die Kritik ist kaum sicht-, höchstens fühlbar. Nicht mit dem Finger zeigt er auf die Widersprüche in Religion, der Liebe, dem sozialen Zusammenleben oder der Umweltzerstörung, sondern er erzählt von Begebenheiten, die sich genau so zugetragen haben und die ein umfassendes Bild geben.

Im Lauf des Abends – von den Bündner Bergen geht es schon bald los Richtung Orient – spannt er einen ungeheuren Bogen um die halbe Welt, der über das Phänomen Heimat Auskunft geben soll. Bardill interpretiert diesen Ausdurck nicht auf der intellektuellen Ebene, sondern reiht Bild an Bild, Geschichte an Geschichte., Einer lebendigen notabene und die deutlich zeigt, dass Heimat schliesslich Liebe ist. Denn ohne Liebe gibt es keine Heimat.

Renato Bagattini

Zwei Stunden Kultur unter hundert Franken
Baden Linard Bardill erzählt und singt im Thik

Marc Reinhard

Das Plakat, welches ihm mit seinem Programm "Tamangur" ankündigt, erinnert irgendwie spontan an Poesisegrössen wie Goethe oder Schiller. Glaubt man dem "Tagesanzeiger", so ist dieser vielleicht etwas überspitzte Vergleich so abwegig wirklich nicht. Gemäss "Tagi" erwartet einen im Badener Theater im Kornhaus mit Linard Bardill der "zurzeit beste Liebesliederschreiber deutscher Zunge". Dem Bündner sind der Deutsche Kleinkunstpreis sowie der Salzburger Stier verliehen worden: Lorbeeren, die zur Badenener Premiere von "Tamangur" immerhin 40 Kulturinteressierte ins Thik lockten. Sie wurden nicht enttäuscht.

Von der wilden Romantik des Bündnerlandes
Der gebürtige Bündner Linard Bardill singt seine Lieder auf deutsch, Mundart und besonders gerne auf rätoromanisch. Sie sind geprägt von einfachen Melodien, die manchmal von der Gitarre kommen und manchmal auch "nur" durch seine einprägsame Stimme entstehen. Die Leute klatschen mit, dürfen auch mal den Refrain mitsingen und freuen sich am "exotisch" fremden Klang des Rätoramansichen. Die Uebersetzung stellt er voran oder liefert sie nach und verpackt sie in Geschichten, die im Bündnerland selbst erlebt oder gehört worden sind. Diese sind von einer seltenen Schönheit, bezeugen die wilde Romantik seiner Heimatlandschaft, erzählen in lyrisch verspielter Bildhaftigkeit Stücke aus seinem Leben und erzeugen eine andächtige, rührige Stimmung im Publikum.

Bardill gelingt es, diese Stimmung mit kabarettistischem Humor zu verbinden, eine selten so meisterhaft aufgebaute Koexistenz. Selbst deftigste Ironie aus Politik und Alltagsleben und lockere Komikersprüche zwischendurch zerstören nicht die phantastisch sensible Kraft seiner Geschichten, sondern lockern auf, lösen die Stimmung und bereiten vor auf das nächste Stück realpoetischer Kunst. Bardill macht sich als Kabarettist wie auch als Poet den Bündner Dialekt zunutze und strahlt dabei eine unverfälschte Natürlichkeit aus, die begeistert. Nach zwei Stunden vor begeistertem Publikum erklärt er sich bereit: "Den erzähl` ich jetzt noch, aber dann ist genug; anderswo kostet euch soviel Kultur weit über hundert Franken."

Ob er von der Schönheit des Tamangur, des alten Arvenwaldes in seiner Heimat erzählt, von den Legenden der Fischer am Oberrhein oder in den farbigsten Worten seine Indienreise in jungen Jahren illustriert: Er fesselt sein Publikum mit Spannung, Humor und einem unvergleichlich einfühlsamen Sinn für Romantik und Liebe.

 

 
   
Tamangur
Auszüge anhören. Bitte dazu den entsprechenden Titel anklicken.
   
Il bös-ch rumantsch  
Sco...  
In bocca d'luf  
Sur'e suot  
   
   

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