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Fertig mit em Nörgele / SO Kolumne im Feb

am Februar 8, 2019 — in der Rubrik: Aktuelles,Artikel

Scharanser Zwischenrufe: Der Leute Ärger

über das Ende der Nörgelei

«So jetzt isch fertig mit nörgala!» sagte mir Freund Giorgio. Es bringe nix und das politische System in Venezuela sei sowieso zum Tode verurteilt, weil die Amerikaner das Öl schon seit Jahren haben wollten, und es auch kriegten, genauso wie sie Korea und Vietnam gekriegt hätten, Chile und den Irak, Libyen, Syrien …. «Halt rief ich, Syrien haben sie nicht gekriegt, Assad ist immer noch da!» Aber nur weil Syrien jetzt von den Russen abhängig sei, sagte Giorgio und wir debattierten weiter: Über das Recht des Stärkeren und über die Gier nach immer mehr, über den Hegemon USA, der alles tut, um Hegemon zu bleiben und sich weder um Verträge, Demokratie, Menschenrechte oder Völkerrecht kümmert, wenn es ihm nicht gerade in den Kram passt.
Ich war ziemlich frustriert, denn ich habe den Hang zum Idealismus, den Glauben an die Souveränität der Staaten und des Individuums, brenne für Menschenrechte und finde das Völkerrecht eine gute Einrichtung. So empöre ich mich

über Ungerechtigkeit, Hässlichkeit und Lügen, über die Vernichtung des Regenwaldes, den Genozid an den Stämmen in, Brasilien, die Klimaveränderungslügner und den Köppel, der seinen SVP-Dreck über Greta Thunberg ausleert. Soll es mir gleich sein, dass Schweizer Konzerne im Ausland Menschen unterdrücken, Kinder für ihre Gewinne arbeiten lassen, Wasser aufkaufen, ganze Landstriche vergiften und dann auch noch vom Bundesrat reingewaschen werden?

Ehrlich gesagt ärgern mich Missstände auch in Graubünden. Das WEF und Ueli Maurers idiotischen Sprüche sind nur das eine. Da gibt es auch kleinere Übel, die nerven. Zum Beispiel EWZ und Co, die für das Stromnetz in Graubünden absolut unverschämte Tarife verlangen, oder die Sozialdumper, die behaupten man käme hierzulande mit 600.- Franken im Monat über die Runde, die Churer Verkehrsbetriebe, die ihre Busse mit Reklamen vollkleben, dass man alles nur noch wie durch einen Nebel sieht und sich vorkommt wie in einem Affenkäfig.

Soll ich weitermachen? Psychologisch tut Ausrufen gut, «Per star bene lamentati!»sagt ein sizilianisches Sprichwort, ,«Beklage dich, dann geht’s dir gut!». Totschweigen, kultiviert übergehen, so tun als ob: alles Strategien, die zu Magengeschwüren führen.

Das Problem dabei sei, dass die Alternativen auf der Strecke blieben, die Visionen für eine bessere Welt warf mein Freund ein. «Oder hast du den Dalai Lama schon mal nörgeln gehört, oder Franz von Assisi oder sonst ein Weltweiser.»

Damit hatte Giorgio mich im Sack. Ich möchte doch lieber ein Weiser als ein Nörgler sein. Er schob mir den NZZ Artikel von Steven Pinker rüber, der behauptet, heute sei alles besser als früher. Doch statt mich zu überzeugen, gab mir der utilitaristische Artikel den Rest.

Auf die Gefahr hin kein Weltweiser zu werden, sage ich weiter, was mich bewegt, und was ich schief finde im Lande, zB der Leserbrief vom Hamilton Chef Andreas Wieland, in dem er behauptet, der hochverdiente Altbundesrichter Giusep Nay mache Graubünden schlecht mit seinem Kampf um Gerechtigkeit in Sachen Baukartell und Adam Quadroni. Hamilton mache doch 250 Millionen Umsatz und darum solle man jetzt in die Zukunft schauen. Plutokratie statt Argumente, Beschäftigungszahlen statt Gerechtigkeit, die Fratze des Kapitalismus, soll man eine solche intellektuelle Lachnummer einfach stehen lassen? Oder doch lieber auf das Prädikat Weiser verzichten?

 

 



3 Gedanken zu „Fertig mit em Nörgele / SO Kolumne im Feb

  1. keep it up. der kapitalismus ist ueberholt. wir brauchen eine neue gesellschaftsform des zusammenlebens und nicht des ausbeutens: immer reicher auf kosten der armen…!?! was soll das?!? die menschen an den schalthebeln der macht glauben immer noch an unbeschraenktes wachstum, als ob es nach diesem noch einen anderen planeten gibt, wo wir leben koennten…

  2. Ein sehr tiefer und klarer Text lieber Linrd, den Du hier veröffentlicht hast. Ich danke Dir von Herzen dafür. Erlaube mir bitte den Hinweis zu Greta, die als Mensch einer kranken Manipulation unterlegen ist und deren Hintergründe mittlerweilen offengelegt sind. Ich mag das Engagement von Greta sehr, es ist in meinen Augen aus ihr selbst „gut gemeint“, doch das ist das Schlimmste dann überhaupt. „Es“ wird mit „gutmeinen“ nicht zum Ziel kommen. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass exakt diese Klimalügengeldmaschine der wirklichen Arbeit für Natur- und Umweltschutz einen enormen Schaden anrichtet. Das Klima war noch nie das Problem, die Vergiftung und der elende Raubbau sind die Dinge die angesprochen und transformiert werden sollen. Unsere Gletscher kommen und gehen, zB. waren sie bereits vor 500 viel viel kleiner als sie es heute sind. Das Problem (fast) aller Menschen in der Heutzeit ist, dass sie aufgrund manipulativer Schulsysteme schlicht und einfach nicht wissen was gewesen und was aus was geworden ist. Die mediale, gelenkte Reizüberflutung tut da ihren gewichtigen Teil dazu. … So gesehen ist die Nörgelei ein wunderbares Ding, die Sachen auf den Tisch zu bringen.

  3. An Diro möchte ich Danke sagen.
    Zum Schreiber des Artikels möchte ich sagen:
    Bitte uns Leser in Zukunft warnen dass Sie nicht zu genau mit der Wahrheit umgehen. Zum Beispiel:
    Venezuela, Korea und Sie schreiben dass Syrien von den Russen abhängig ist.
    OHNE DIE RUSSEN WÄRE KEIN SYRIEN MEHR !

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