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Offener Brief an Klaus Schwab vom WEF Kolumne SO 22.11.19

am November 22, 2019 — in der Rubrik: Aktuelles,Artikel

offener Brief an Klaus Schwab

Linard Bardill

über das WEF und die Pressefreiheit

Sehr geehrter Herr Schwab,

Das WEF hat vor 3 Wochen der linken Wochenzeitung WOZ die AkZulassung zum WEF 2020 verweigert. Das ist bedauerlich.

Man hat die WOZ 2012 schon einmal nicht zugelassen. Damals gab das einen Sturm der Entrüstung, nicht nur im Bündner Grossen Rat, wo Mathias Trepp SP von der Bündner Regierung eine Intervention verlangte, sondern auch im Nationalrat, wo Alfred Heer (SVP) eine Anfrage beim Bundesrat einreichte. 2013 liess das WEF die WOZ wieder zu.

Das WEF ist eine internationale politische Plattform, inzwischen eine private Institution von hohem öffentlichem Interesse.

In der Schweiz gibt es ca 50 Tageszeitungen und ebensoviele Wochenzeitungen. Ausser der NZZ, der Weltwoche und der WOZ sind keine politisch links oder rechts oder einer sosnt einer Ideologie verpflichtet. Sie funktionieren nach dem Prinzip der Rentabilität, schreiben das, was geschrieben werden muss, um gekauft und gelesen zu werden.

 

Im Dokumentarfilm «Das Forum» von Marcus Vetter                 antworten sie auf die Frage, ob sie es bedauern, dass das WEF für viele zur reinen Geschäftssache geworden ist: «I regret and deplore», antworten sie, «Ich bedauere und beklage, weil das nicht die Essenz dessen darstellt, was wir beabsichtigen.»

 

Sie sind vor 49 Jahren mit einem Anspruch der Ethik angetreten: make world a better place. Glauben sie wirklich, dass sie den Zustand der Welt verbessern, wenn sie eine Zeitung ausschliessen, die nicht der Rentabilität, sondern ihrer politischen Überzeugung verpflichtet ist?

Ist nicht gerade der Rentabilitätszwang eines der Probleme, die unsere Welt zu einem schlechteren Ort werden lässt? Schätze ich sie falsch ein, wenn ich glaube, dass sie Demokratie und Pressefreiheit hochhalten? Kann es denn wirklich sein, dass sie News nach Wunsch oder gar eine Art der Hofberichterstattung den kritischen Stimmen vorziehen?

Ruth Cohn, die Erforscherin von Gruppenphänomenen sagte, wichtiger als das, was im Zentrum einer Gruppe geschehe, seien die Stimmen, die sich vom Rande her melden und gar stören. Die WOZ ist immer wieder eine solche Stimme.

Die Politiker von links bis rechts haben über die geschlossene Tür für die WOZ geschwiegen und die Schweizer Medien haben kaum darüber berichtet. Es gab keinen Aufschrei wie 2012. Ausser einem Kommentar von Frank A Mayer im Sonntagsblick herrschte Schweigen in Parlamenten und Redaktionen. Auch in dieser Zeitung.

Als Kolumnist darf ich einen solchen Brief an sie schreiben und die Frage nach der Pressefreiheit stellen.

Es gäbe aber noch ganz andere Fragen für diese Welt: Wie sieht die Lösung der sozialen Frage aus? Was sind die politischen und gesellschaftlichen Mittel, der Erde, zum einklagbaren Recht auf Würde und Respekt zu verhelfen? Gibt es Hoffnung ohne ein neues Finanz- und Wirtschaftssystem? Fragen, die an die Wurzeln der Ethik und des Systems gehen.

Das Überleben der Menschheit hängt an einem Faden, so stellt es sich immer mehr heraus. Stellt das WEF dazu die richtigen Fragen?

Wenn das WEF in eine Dynamik geraten ist, in der mehr über Geschäfte als über Ethik gesprochen wird, dann lassen sie wenigstens Menschen und Medien zu, die diese Fragen stellen. Es könnte überlebenswichtig sein für die Menschheit.

Ich bitte sie daher im Namen der 4. Gewalt, die WOZ nachträglich für das WEF 2020 zu akkreditieren

ich danke ihnen Linard Bardill

 



Ein Gedanke zu „Offener Brief an Klaus Schwab vom WEF Kolumne SO 22.11.19

  1. —-enttäuschend, ganz harmlos verantwortung buendner refierung, geld etc. ausgekalmmert, benfalls DAVOS 29………..hat sich wenigstens die woz bedankt ?———–(die ja auch nichts mehr taugt———-)vg————–w———–wie geht es den augen ??

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