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Kinderspital Bettkantenkonzert in Luzern Sept 15

am September 17, 2015 — in der Rubrik: Zauberbett

http://www.sternschnuppe.ch/aktuell/aktuell-detail/?tx_ttnews%5btt_news%5d=551&cHash=91caa88404370ca1bb1622b8da698d56

 

Unterwegs mit Linard Bardill

Unser Botschafter, der Musiker Linard Bardill, tourt diesen Herbst wieder durch verschiedene Kinderspitäler der Deutschschweiz. Ausgerüstet mit seiner Gitarre, einer farbigen Mütze und einem Lächeln singt er für die Kinder im Spital. Meist an den Betten, manchmal aber auch mitten im Gang. Die Sternschnuppe ermöglicht diese Bettkantenkonzerte seit 2011. Ein Bericht über seinen Besuch im Kinderspital des Luzerner Kantonspitals.

Als Linard Bardill auf der Chirurgie ins erste Zimmer tritt, schaut ihn die kleine Alina erst skeptisch an. Der Musiker nimmt an ihrem Bett Platz und fängt nach einem kurzen Gespräch an zu singen. Unsicher schaut das Mädchen zu seiner Mutter, die an ihrer Seite sitzt. Wann passiert denn sowas, dass man einfach so ein Bettkantenkonzert bekommt? Langsam entspannt sich Alina und nach drei Liedern klatscht gar ihr rosa Plüschtier Applaus.

Der Auftritt hat nur ein paar Minuten gedauert. Schon geht es ins nächste Zimmer. Simona Althaus, Schulleiterin der Patientenschule, hat im Voraus abgeklärt, wo der Sänger willkommen ist und kündigt seinen Besuch jeweils kurz an. Schon wird Bardill von drei kleinen Patienten begrüsst. Die 14-jährige Leona verschlingt gerade ihr fünfzehntes Karl May-Buch und fachsimpelt mit Bardill zwischen zwei Liedern darüber, welches der Bücher das spannendste ist. Derweil hat sich der 3-jährige Erlind hinter seiner Legoburg versteckt. Nur die kleine Sophia sitzt auf dem Schoss ihrer Mutter und staunt den Sänger mit offenem Mund an.

Es geht weiter in ein Bubenzimmer. Drei Jungs liegen in ihren Betten, daneben sitzt ein Elternteil. Zwei weitere Buben treten in der Viertelstunde, in denen Bardill singt, neu ins Spital und dieses  Zimmer ein. Philipp will nichts von Bardills Kinderliedern wissen und drückt weiter auf seiner Playstation rum. Wohl aber Fabiano, im Bett vis-à-vis. Er hängt dem Sänger an den Lippen und wippt mit den Beinen im Takt. Bardill verwickelt seine kleinen Zuhörer immer wieder in kleine Gespräche, erzählt Geschichten und bricht innert Sekunden das Eis. Nur manchmal, sagt er, brauche es etwas länger. Aber ohne ein Lächeln will er nicht wieder gehen.

Auf der Babystation setzt sich der Sternschnuppe-Botschafter in den Gang. Kaum ein paar Minuten sind vergangen, als schon ein paar Kinder in Begleitung ihrer Eltern den Weg zu den Gitarrenklängen gefunden haben. Der 2-jährige Nuran wird im Gitterbett zum Konzert geschoben und blinzelt den Musiker durch die Metallstäbe verzückt an. Obwohl ringsum reger Betrieb herrscht, entsteht für ein paar Momente eine zauberhafte Stimmung.

Einen Nachmittag oder Morgen lang ist Linard Bardill jeweils unterwegs. Er singt in den Spitälern Aarau, Basel, Bern, Chur, Luzern, St. Gallen, Zürich und in der Reha Affoltern. 20 Konzerte ermöglicht die Sternschnuppe dieses Jahr, auf Wunsch der Spitäler werden es nächstes Jahr gar 30 sein. „Diese Konzerte“, sagt Bardill, „sind auch für mich immer wieder ein Erlebnis, selbst wenn ich das schon ein paar Jahre mache. Die Lieder haben hier eine andere Schwingung, das ist nicht einfach Chilbi.“

Ganz im Gegenteil sogar. Wir freuen uns, dass wir mit diesem Angebot für ein paar Minuten musikalische Inseln im Spitalalltag schaffen können.



Echo aus dem Glarnerland

am September 3, 2012 — in der Rubrik: Artikel,Zauberbett


Zauberbett im Glarnerland Argus KW35 Die Südostschweiz



Linard Bardill als Sternschnuppe-Botschafter

am April 12, 2012 — in der Rubrik: Zauberbett

Linard Bardill als Sternschnuppe-Botschafter

Linard Bardill vertritt die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe als Botschafter und macht ihre Tätigkeit in Spitälern, bei Ärzten, Eltern und Kindern bekannt.

Die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe erfüllt Herzenswünsche von Kindern und
Jugendlichen, die mit einer Krankheit, Behinderung oder den Folgen einer schweren
Verletzung leben. Sie unterstützt Sternenprojekte und verschenkt Freizeitsterne.

 

Statement von Linard Bardill

„Erst als ich einmal richtig krank war, begriff ich, was es heisst, gesund zu sein.
Seit ich wieder gesund bin, versuche ich ab und zu daran zu denken, wie es war, als ich
krank war. Darum singe ich für Kinder im Spital. Darum bin ich Botschafter der Stiftung
Kinderhilfe Sternschnuppe. Die Sternschnuppe bringt Freude und Licht zu den kranken Kindern, und das versuche ich auch zu tun.“



Die Krankenkassen zahlen leider nichts für meine Musikamente

am November 10, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett





Lieder übers Leben und Sterben

am Oktober 16, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Hier der Bricht von 10 vor 10 über das Zauberbett Liederprojekt
Viele gute Gedanken…
10vor10 vom 14.10.2011



Musik in der Onkologie

am Oktober 11, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Lieber Martin,
Es freut mich, wieder einmal mit dir ausserhalb der Kolumnen Kontakt aufnehmen zu können. Diesmal wegen der neuen Cd „Mis Zauberbett heisst Bernadett“ und des Projektes Zauberbettlieder im Spital.

Nun gestern war ich im Kispi ZH in der Onkologie und anderen Abteilungen. Es ist jedes Mal sehr eindrücklich. Jedes Mal komplett anders. Ich kann Gast sein bei Menschen, die kämpfen, leiden, resignieren, siegen, verzweifeln, hoffen.Und sie auf ihrem Weg mit ein paar Liedern und einer guten Portion Mut zu begleiten. Es ist in jedem Zimmer verschieden. So viele Nationalitäten, so viele Schicksale, die Kinder so unendlich verchieden und in ihrem Willen zu leben doch so ähnlich.

Gestern brauchte ich 3 Lieder, bis ich das kleine Mädchen, das nur mit Sauerstoffgerät atmen kann und auch dann noch immer gehörig mit dem Schnaufen kämpft, zum Schmunzeln und schliesslich zum Lachen bringen konnte Das ist nämlich meine Devise: Bevor das Kind, die Mutter, der Opa nicht lächelt, mitwiegt, odr gar singt, klatscht, oder
sonst eine Regung der Entspannung äussert, verlasse ich das Zimmer nicht.

Die Cd, die ich im Namen der Kinderhilfe Sternschnuppe (deren Botschafter ich auch bin) und der Kinderkrebshilfe Schweiz den Kindern schenken darf, ist wie ein langer Nachhall. Eine Mutter sagte mir, dass ihr kleiner Junge nur noch mit der der Musik der Cd einschlafen wolle.

Dabei habe ich die Lieder nicht nur für’s Spital geschrieben. Es sind Songs über den Alltag von Kindes und auch ihrer Eltern mit all den Höhen und Tiefen. Dass sie so gut ins Spital passen macht mich glücklich.

Nach den Besuchen im Spital schreibe ich meine Eindrücke kurz auf. Bis zur Erscheinung der CD am 22. Oktober werden wir einen Blogg erstellen, wo nach jedem Besuch ein paar Zeilen über meine Erlebnisse stehen. Der Blogg wird mit den Spitälern mit der „Sternschnuppe“ etc. verlinkt sein. Selbstverständlich könnte man auch euch da mit hinein nehmen (und vice verso?).

Meine Einsätze sind ca 1 x pro Monat an einem Nachmittag in:
Kispi ZH
Kinderklinik Chur
UKBB Basel



Linernotes im Booklet der CD

am — in der Rubrik: Zauberbett

Mein Leben ist manchmal voller Sonnenblumen und Schmetterlinge. In der Luft und im Bauch. Ich hüpfe auf einem Bein, singe so laut und lustig ich nur mag. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn alles grau und verhangen wäre, ohne Blumen und ohne Freude. Doch solche Momente gibt es in meinem Leben auch. Dann fällt mir das Singen schwer. Ich möchte lieber weinen als singen. Und so weine ich. Sobald ich aber wieder singen kann, lasse ich die Lieder los, die in meinem Herzen und meinem Kopf sind. Denn auf die Dauer ist Singen immer stärker als alle Trübsal der Welt!

Die Lieder, die ich mit „Mis Zauberbett heisst Bernadett“  vorstellen möchte, kennen Sonnenblumen und Schmetterlinge, Krankheit und Sterben, sie können tanzen und spielen, helfen zu trauern und gesund zu werden. Sie machen Mut und kennen die Liebe. Die Liebe zum Leben, das um uns und in uns ist. Das Leben, das lacht und weint, das stirbt und blüht. Die Liebe zum Leben, das wir selber sind.



„Sterne, Blumen und Kinder“

am September 8, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Dante Alighieri sagte einmal sehr treffend…
„Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Sterne, Blumen und Kinder.“

Von Sternenstaub , Blumen und vielem mehr hast du heute Nachmittag gesungen, viele Kinderaugen zum Glänzen gebracht und allen kleine Traumausflüge in die paradiesische Kinderphantasie geschenkt. Der Anlass heute ist rundum gut gelungen und hat uns alle bereichert. Danke!

 

Liebe Eleonora,

Zum ersten mal in meiner Heimatstadt im Spital zu spielen, ein grosses Erlebenis! Und wie wir es getroffen haben. Fast nur ganz kleine Kinder, Poppi, wie wir sagen, Buschi auf Baseldeutsch und im Wallis sagen sie Mämmi!
So etwas ist völlig neu für mich. Als du mir das im Voraus sagtest, überlegte ich mir, welche Lieder denn da gehen würden … Doch an den Bettchen war das überhaupt keine Frage mehr.
Sunnestrahl, Mama Pappa oh i wett, i han uf minem Brunne es Zauberliechtli gfunde. Es sind alles die ruhigen, barocken Lieder. Ohne durchgeschlagenen Rhythmus, ganz auf die Melodie fokussiert. Die Gitarre wie ein Glockenspiel. Doch dann gab es durchaus Kinder, die mittaten, auf den Armen ihrer Mütter auf und abwippten und mit den Armen ruderten. Diese kleinen  Wesen, manchmal in einer anderen Welt, manchmal ganz da, die Augen weit geöffnet, die Arme, die tanzen. Ich bin verzaubert und manchmal etwas bedrückt, wenn die Kleinen allein sind und ins Unendliche blicken. Wie unglaublich wichtig ist die Mutter, der Kontakt, die Beziehung. Wie wichtig die Schwestern der Pflege, die die Kinder kurz aufnehmen, mit ihnen sprechen, sie drücken oder streicheln.
Ich bin fast etwas benommen nach den 2 Stunden. Da kommen wir in das Zimmer, wo der Achtjährige mit seiner Mutter sitzt. Ich singe von Wilhelm Tell und der sich befreite, indem er das Boot aus dem Sturm ans Ufer manövrierte und es dann zurück in den See stiess. Der Junge strahlt! Ja, die Cd will er haben! Er will die Krankheit auch besiegen, wie Tell den Gessler. Das sagt er zwar nicht, aber ich spüre es. Öppemol gsehn i min Engel nümme … “Das Lied war jetzt für mich”, sagt die Mutter und wischt sich eine Träne ab.
Zum Schluss “überfallen” wir die Fortbildungsgruppe, die über onkologische Pflege instruiert wird. Ich singe das Lied von Waldermar, der vielleicht kommt mit seinen Schafen und dem Hund, mit dem Esel und dem Mond, der aufgeht über den dunklen Hügeln. Bei allem Kampf gegen die Krankheit, dürfen wir wohl auch nicht vergessen, dass es Kinder gibt, die weiter gehen, hinüber in ein anderes Haus zu einem anderen Vater und einer anderen Mutter.
Ich erzähle von der neuen Cd, die wir am Montag aufnehmen “Mis Zauberbett heisst Bernadett”, alles Lieder, die im Verlauf der Spitalbesuche entstanden sind. Einige konnte ich heute schon ausprobieren. Die kleinen Poppis waren mein erstes Publikum, und du warst gross, Eleonora, ganz still und doch präsent. Schöner hätte ich es mir nicht wünschen oder vorstellen können. Danke!

Gruss Linard



Spitalbesuch Anfangs Juni

am Juni 7, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Liebe Alexandra,

Gestern war es wieder unglaublich dicht und intensiv. Die Idee in die Wartezone zu gehen und die Kinder, die vielleicht noch nie im Spital waren und nun auf eine Untersuchung warteten einen Moment für etwas anderes zu holen, fand ich super! Da war das Mädchen, dass am Tischchen sass und malte. Es schien gar nicht zuzuhören, war ganz versunken in ihre Tätigkeit. Und am Schluss steckte sie mir ihre Zeichnung mit einem Maienkäfer zu: „Das habe ich für dich gemalt!“,

Auf den Zimmern der Chirurgie war die ca. 15 jährige I. noch da mit ihren schweren Verbrennungen. Sie sagte, nächstes Wochenende dürfe sie nach Hause. Zwei Monate war sie jetzt da und freute sich sehr. ihr Gesicht schaute aus den Kompressionsverbänden heraus. Eine junge Frau, voller Leben und Erwartung. Ich sang ihr das Lied vom Regenbogen. Die Arbeit läuft nicht davon, aber der Regenbogen wartet nicht bis die Arbeit getan ist.

Ich weiss meistens nicht, was ich singen soll. Erst, wenn ich im Zimmer stehe, fällt mir ein Lied ein, und dann das nächste.

Es gibt Kinder die einfach nur da liegen oder sogar schlafen. Andere klatschen mit.

„Nein, lieber nicht!“, sagte eine Mutter auf die Frage, ob wir kommen sollen, „sie hat heute nicht ihren besten Tag …“ Doch das Kind, ein 10 jähriges Mädchen rief: “Nein! Ich will!“ Wir traten ein. Und das Zimmer schien sich ganz schnell von einer bedrückten Höhle zu einem lichten Zelt zu verwandeln Was haben wir gelacht und gefeixt. Frösche imitiert und einen Esel geritten.  Ich stelle mir vor, wie es war, als wir selbst eine Woche im Spital waren mit unserem kleinen Buddha. Irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf. Und das überträgt sich aufs Kind. Doch es braucht nur wenig, und schon kippt die Situation. Plötzlich scheint alles gut zu werden.

Da taucht M. der Chef Chirurgie auf. Ein alter Freund und Witzbold. Er singt sofort mit,: „d’Frau Summer kunnt mit Fahne, und rägeschwärem Gwand, zücht singend ihri Bahne dur ds’sunnewiiti Land.“ Martin, du bist engagiert. Schliesslich ist er an meinem Engagement nicht ganz unschuldig. Clemens, sein Kollege, der die Abteilung Verbrennungen leitet, bringt ein Buch über die Station, das er und seine MitarbeiterInnen gemacht hat. Wir tauschen. Er bekommt die Cd mit dem Lied „uf und furt“ und mir schreibt er eine Widmung ins Buch: Bücher sind dicke Briefe an Freunde. Dankeschön!

Es ist so wichtig, wie die Pflegenden auf unsere Besuche reagieren. Wenn sie ihn gut finden, klappt alles gleich lhell und wunderbar. Spürt man Distanz, oder kommt sich als Fremder vor, ist es etwas schwieriger.

Eine Begegnung bleibt mir bestimmt noch lange. Es ist der Blick und das Gesicht, das Lachen, die überschäumende Freude eines mehrfach behinderten Jungen, der nur liegen kann, mit angezogenen Beinen und Armen. Ich habe für in den Tiger auf der Strasse gesungen. Er gurgelte und quietschte vor Freude. Kein Kind hat so viel Präsenz und Leuchten, so viel Herzkraft, die er mir zurückstrahlt. Wie ein kleines Kraftwerk, das ununterbrochen pulsiert.
Ich war müde als ich nach 3 Stunden das Spital verliess. Müde und aufgeladen. Gibt es das?



Besuch im Kinderspital

am Mai 10, 2011 — in der Rubrik: Zauberbett

Liebe Alexandra,

Gestern war es so ganz anders als vor einem Monat. Nicht einfach zu sagen, was. Es ging alles etwas langsamer und etwas schwerer zu und her.

Als wir in der Onkologie ankamen, fuhr uns der kleine Junge auf dem Plastiklastwagen entgegen, hinter sich die Pflegerin mit dem Ständer und den vielen Schläuchen. Als ich anfing zu spielen, klatschte er in die Hände. Vor allem das Lied von Martins Esel tat es ihm an, und er bewegte die Arme, wie ein reifer älterer Herr, der seinen Spass damit ausdrückt, dass er die Arme in die Seite stemmt. Der Schalk und das Schütteln des Kopfes, wie ein kleiner Weiser, hat mich etwas aus dem Konzept gebracht. Was für eine Leichtigkeit bei einem Kind, das es bestimmt nicht leicht hat. Ein Schmetterling, oder sagen wir bei ihm würde das Bild des Maikäfers eher zutreffen. Brrrrrrr. Und schon geht die Fahrt mit dem Lastwagen weiter. Eine Mutter, oder ist es eine Grossmutter? Sie steht die ganze Zeit da mit einem Mädchen, das einen Kopfverband träg, tanzt zum Quaquauqa der Frösche. Wie viel Kraft sie dem Mädchen überträgt, wie viel gute Lebensenergie.

Iris, die uns begleitet und einige Zeit in Istambul gelebt hat, spricht mit der Frau türkisch, was diese sehr freut.

Als wir ins nächste Zimmer kommen, werde ich fast erdrückt von der Schwere. Das Kind, ein kleiner Junge, genau so wie seine Mutter, tief gedrückt und schwer, stumm, das Gesicht versteinert. Ich versuche die Stimmung mit dem Lied von der Sonne und den Strahlen, die sie uns schickt aufzuhellen. Es gelingt mir kaum. Da ist diese unendliche Schwere, Trauer, Resignation. Kind und Mutter scheinen darin eingesponnen wie in einem Cocon. Ich bleibe und singe, drei lange Lieder lang, bis ich ein Lächeln sehen kann. Zuerst bei der Mutter. Dann beim Kind. Im selben Zimmer ein Junge aus Marokko, schwach aber hellwach, schaut er immer wieder seine Mutter an, als ob er von ihr wissen möchte, ob er sich auf die Lieder einlassen, ob er sich freuen darf. Die Mutter scheint zu nicken, kaum wahrnehmbar. Dann schenkt er mir einen Blick, der Freude, Zustimmung, ja so etwas wie Komplizenschaft ausdrücken.

Ach, die Mütter, wie wichtig sie mir erscheinen. Jedes Mal mehr. Wie sehr sie mit ihren Kindern verbunden sind. Als ob ein Teil der Kinder noch in ihnen wäre und sie mit den Kindern gemeinsam gesund werden müssten. Ich spüre, wie wenig sie mit dem Kopf steuern können, und wie dankbar sie für einen hellen Augenblick sind.

Zum Ende das Mädchen auf der Notfallstation, das zur Untersuchung da ist. Sie ist etwas verwirrt und abwesend. Ich denke an meinen kleinen Buddha, den Sohn mit dem Downsyndrom. Das Mädchen hat auch eine Behinderung, ist 12, am Anfang der Pubertät. Sie mag die Lieder. Sie wird immer präsenter, wiegt sich im Takt. Die geschenkte Cd freut sie und als ich gehe legt sie ihre Pingu – Cd in de Player. Jawohl, so geht das!